Fasten für’s Klima: Mobilität und Verkehr

Wussten Sie, dass der Verkehr in Österreich ca. ein Viertel der Treibhausgasemissionen ausmacht? Zwar ist der KFZ-Verkehr und damit auch die Emissionen im Coronajahr 2020 laut Verkehrsclub Österreich (VCÖ) um über vier Millionen Tonnen auf rund 20 Millionen Tonnen zurückgegangen, allerdings ist der Treibstoffverbrauch nach wie vor hoch und war mit insgesamt 8,7 Milliarden Liter um rund eine Milliarde Liter höher als noch im Jahr 2000 und deutlich über den Klimazielen für das Jahr 2030.

Nehmen Sie die Passions- und Fastenzeit als Anlass, um sich über Ihr eigenes Mobilitätsverhalten bewusst zu werden und einen Beitrag zu leisten, damit mobilitätsbedingte CO2-Emissionen langfristig sinken. Denn im Bereich Mobilität lassen sich viele Emissionen einsparen, wenn Sie diese drei V's beherzigen:

  • Vermeiden: Verzichten Sie auf unnötige Fahrten und Transporte.
  • Verlagern: Steigen Sie um auf umweltfreundliche Verkehrsmittel.
  • Verbessern: Wählen Sie sparsame Fahrzeuge und nutzen Sie diese effizienter.

 

Mehr dazu in unseren Tipps der Woche:

Autofasten

  • Führen Sie zumindest für die nächsten Wochen ein Mobilitäts-Tagebuch: Für welche Wege nutze ich welches Verkehrsmittel?
  • Wussten Sie zum Beispiel, dass ca. 40 Prozent aller Autofahrten in Österreich kürzer als 5 Kilometer sind? Auf Kurzstrecken ist allerdings auch der Spritverbrauch und somit der CO2-Ausstoß deutlich höher.
  • Verzichten Sie 40 Tage lang so oft wie möglich auf das Auto, vor allem auf Kurzstrecken, und gehen Sie zu Fuß oder steigen auf das Fahrrad um.
  • Weniger im Auto sitzen und stattdessen mehr Alltagswege aktiv zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurücklegen, vermeidet nicht nur CO2, sondern tut auch der eigenen Gesundheit gut. 10.000 Schritte pro Tag werden von der Weltgesundheitsorganisation WHO empfohlen. Das entspricht je nach Schrittlänge 6 bis 9 Kilometer oder ca. einer Stunde langsamem Fahrradfahren. Ein schöner Nebeneffekt: Das Umsteigen auf's Fahrrad tut nicht nur Umwelt und Gesundheit gut, sondern auch Ihrer Geldbörse.
  • Sie möchten einen Überblick bekommen, wie viel CO2 sie durch Ihre gesparten Autokilometer in der Fastenzeit vermieden haben, Tipps für einen klimafreundlicheren Schulweg Ihrer Kinder bekommen oder sich mit anderen in Ihrer Region zum Thema Autofasten und nachhaltige Mobilität austauschen? All das können Sie im Rahmen der österreichweiten Aktion Autofasten der katholischen und evangelischen Umweltbeauftragten tun.  

 

Gemeinsam mobil sein

  • Ein Auto ist dort, wo Sie wohnen, unverzichtbar? Tatsächlich sind besonders in ländlichen Regionen viele Menschen auf ein Auto angewiesen. Vielleicht lohnt es sich aber Fahrgemeinschaften zu bilden? Mitfahrgelegenheiten sind eine kostengünstige, klimafreundlichere und meistens unterhaltsame Möglichkeit ans Ziel zu kommen. Vielleicht können Sie sich mit Kolleginnen und Kollegen für die tägliche Fahrt zur Arbeit zusammentun? 
  • Nutzen ohne zu besitzen: Schon mal an Carsharing gedacht? Wenn Sie selten und/oder unregelmäßig mit dem Auto unterwegs sind und weniger als 10.000 km im Jahr fahren, ist das „Auto teilen“ für Sie geeignet. Denn wer nicht unbedingt auf das eigene Auto angewiesen ist, fährt mit dem geteilten Pkw meist günstiger als mit dem Privatwagen und kann dabei auch noch für unterschiedliche Transportbedürfnisse das bestgeeignete Fahrzeug auswählen. Einen Überblick über die Anbieter finden Sie hier.
  • Wenn Sie einige Gegenstände oder einzelne kleinere Möbel transportieren wollen, brauchen Sie dafür oft keinen ganzen Umzugswagen. Hier bieten sich Lastenräder als klimafreundliche Alternative an. Sie können solche Lastenräder entweder leihen (die Radlobby gibt z.B. eine Übersicht über Transportrad-Initiativen in Österreich) oder für die Anschaffung eine der bundesweiten Fördermöglichkeiten nutzen.
  • Sie planen für die Zeit nach der Corona-Pandemie ein (Gemeinde-)Fest und freuen sich auf zahlreiche Gäste? Noch größer kann die Freude sein, wenn diese klimaverträglich anreisen: Weisen Sie in der Einladung auf Anfahrtsmöglichkeiten mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder dem Rad hin und fordern Sie zur Bildung von Fahrgemeinschaften auf.

 

Klimafreundliche Urlaubsplanung

  • Auch wenn derzeit wenig Planungssicherheit herrscht, so denken viele bereits an mögliche Ziele für den Sommerurlaub. Denken Sie auch bei einem Urlaub in Österreich, z.B. in den Bergen, daran, klimafreundlichere Anreisemöglichkeiten wie die Bahn zu nutzen. Oder planen Sie doch mal eine Radreise und bauen Sie die An- und Abreise so von Anfang an in Ihren Aktivurlaub ein. Damit beginnt Ihr Urlaub schon ab der Haustüre.
  • Nutzen Sie auch für Fernreisen Mitfahrgelegenheiten oder öffentliche Verkehrsmittel. Wenn Sie für Fernreisen auf die Bahn umsteigen, vermeiden Sie gegenüber einer Fahrt mit dem Pkw rund zwei Drittel des CO2-Ausstoßes. Auch Fernbusse haben eine bessere CO2-Bilanz als die Anreise mit dem Flugzeug.
  • Billige Flüge verführen: Mit dem Ende der Reisebeschränkungen werden auch die Angebote für billige Flugreisen vermehrt auf uns einprasseln. Warum nicht zum Kurzurlaub nach Spanien, wenn es doch fast „nichts“ kostet? Doch der Preis für ein Flugticket enthält leider nicht die Kosten für den Schaden am Klima. Ob Billigflieger oder Luxusairline, Flugreisen belasten das Klima in hohem Maß und sollten so weit wie möglich vermieden werden. Oft gibt es alternative Anreisemöglichkeiten, etwa mit der Bahn oder dem Reisebus – und ein entspanntes Wochenende in der Umgebung mit kurzer Anreisedauer ist vielleicht gerade in Zeiten wie diesen erholsamer. Wer dennoch ums Fliegen nicht herumkommt, etwa weil Sie einen Familienbesuch planen und das Reiseziel auf der anderen Seite des Atlantiks liegt, sollte den Grundsatz beherzigen: Seltener fliegen, länger bleiben. Und den Schaden durch Kompensationsmaßnahmen wenigstens begrenzen. 

 

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