Fasten für's Klima: Konsum

Rund 10.000 Gegenstände besitzen erwachsene Menschen in Industriestaaten wie Österreich im Durchschnitt. Längst ist uns klar, dass es kein unbegrenztes Wachstum gibt und dass wir unsere Erde über die natürlichen Grenzen hinaus ausbeuten. Wir leben auf Kosten der nächsten Generation und der Menschen im Globalen Süden – höchste Zeit, zu überlegen, was wir wirklich brauchen und was uns wichtig ist.

Wie viele Feiertage ist leider auch das Osterfest von Konsum und Wegwerfmentalität geprägt. Die Geschäfte platzen schon Wochen vorher aus allen Nähten - alles ist voller Schokohasen, Ostereier aber auch Plastikspielzeug. Jedes neue Konsumgut muss erst produziert werden und verursacht je nach Herstellungsbedingungen und Transportweg mehr oder weniger Treibhausgase. Uns allen ist deshalb klar, dass mit jedem weniger gekauften Produkt auch CO2 eingespart wird. 

Schauen Sie sich unsere Tipps an, um diese Emissionen am besten zu vermeiden und Alternativen für das heurige Osterfest zu finden.

Regionale Geschenke

Gerade in Zeiten der Corona-Krise ist es besonders wichtig, keine Geschäfte zu unterstützen, damit auch die Kleinen in dieser Zeit nicht untergehen. Schenk deinen Liebsten doch einen Getränkegutschein von ihrem Lieblings-Café oder ihrem Stamm-FriseurIn. So freuen sich direkt mehrere Personen darüber.

Fairer Osterhase

Die Organisationen Südwind und Global 2000 haben 2020 den Osterhasen-Check gemacht. Dabei wurden die Schoko-Osterhasen in den Supermärkten unter die Lupe genommen und beurteilt, wie öko und fair sie produziert sind und was die Gütesiegel auf den Schokohasen bedeuten. Hier gibt es den Osterhasen-Check als pdf.

Der Natur kann man zu Ostern übrigens ein besonderes Geschenk machen: Jeder und jede kann etwas dafür tun, dass der Lebensraum für Feldhasen, Vögel und Insekten erhalten bleibt. Denn die Nahrungsgrundlagen dieser Tiere schwinden zunehmend, sie gelten in Österreich als gefährdet. Statt Bodenversiegelung, Monokulturen und zunehmender Intensivierung der Landwirtschaft brauchen wir Vielfalt, Blühwiesen und Hecken. Also beim Osterspaziergang die Palmkatzerl nicht pflücken, sondern den Bienen lassen.

Do it yourself

Schenken Sie doch einfach etwas Selbstgemachtes! Vielleicht haben Sie noch ein Glas selbstgemachte Marmelade aus dem eigenen Garten zuhause. Oder Sie suchen sich im Internet ein Rezept für einen Kuchen im Glas, hausgemachten Eierlikör oder eine selbst hergestellte Würzmischung. Mit einem persönlichen Etikett wird Selbstgemachtes schnell zum super Ostergeschenk. 

Upcycling Osterdeko

Dank “Upcycling” werden aus Klopapierrollen mit Ohren die lustigsten Osterhasen. Aus Kresse wird frisches Ostergras. Und aus einem runden Gefäß, zum Beispiel einem Blumentopf oder einer runden Schachtel, wird ein buntes Osternest: Gefäß einfach mit Klebstoff oder Kleister einstreichen, mit grüner oder bunter Wolle dicht umwickeln und mit Blumen, Zweigen oder Bildern von Hasen und Eiern verzieren. Zeiten wie diese geben viel Raum, um kreativ zu werden.

Übrigens: Meistens lässt sich Geschenkpapier vermeiden oder wiederverwerten. Das spart unnötigen Papier- oder Plastikmüll und verursacht damit auch ein wenig CO2. 

Zeit schenken

Bei den meisten wird das Familienfest zu Ostern aufgrund des Corona-Virus leider ausfallen. Das Wichtigste ist, dass Sie und auch Ihre Familie und FreundInnen gesund bleiben. Feiern lassen sich verschieben. Trotzdem ist gerade jetzt gemeinsame Zeit ein wertvolles Gut. Wenn Sie die Tage schon nicht physisch mit euren Liebsten verbringen können, dann gibt es trotzdem noch Telefone oder Videochats. Verabreden Sie sich doch zum gemeinsamen virtuellen Osterbrunch. 

Gemeinsam spielen statt Spielzeug schenken

Auf diversen Ostergeschenke-Rankinglisten werden Spielsachen von der Puppe bis zum Trampolin ganz oben gelistet. Gemeinsam verbrachte Zeit beim Spielen ist mehr wert als das teuerste Spielzeug. Vor allem Spiele im Freien, wie Eierlaufen, Häschen in der Grube oder Henne und Küken sind „Osterspiele“ die ganz ohne Verpackungsmüll und Ablaufdatum geschenkt und gespielt werden können. Entdecken Sie wieder die alten Spiele aus Ihrer Kindheit mit Ihren Kindern!

Teilen für den Klimaschutz

Bohrmaschine, Nudelmaschine und Co.: Haben Sie auch so viele Geräte, die nur selten genutzt werden? Dabei verbraucht jede Herstellung Energie und Rohstoffe und trägt zum CO2-Ausstoß bei. Statt zu Ostern wieder neue Elektrogeräte zu verschenken, die man vielleicht nur selten braucht, können Sie diese Dinge leihen oder mit anderen teilen. Dafür gibt es immer mehr Möglichkeiten – von der traditionellen Stadtbücherei über Sharing-Plattformen im Internet bis zur lokalen Kleidertausch-Party.

Die meisten Geräte, die man nicht alltäglich benötigt, lassen sich gut in der Nachbarschaft anbieten oder von ihr ausleihen. Ein geteiltes Gerät, das ein oder mehrere Neukäufe verhindert, hat zum Klimaschutz beigetragen. Eine kreative Idee, um das Teilen in der Nachbarschaft zu erleichtern, sind Symbole am Briefkasten, die zeigen, was man ausleihen kann. Auch Initiativen wie z.B. Leila www.leila.wien machen das einfach möglich. Durch Leihen, Schenken und Tauschen kann der bewusste Umgang mit Konsumgütern und die sozialen Bande in der Nachbarschaft gestärkt werden. Probieren Sie es doch mal aus und schauen bei Ihren Nachbarinnen und Nachbarn vorbei – am besten zu Fuß!

Kleider tauschen oder Second-Hand

Unsere Kleidung wird in aller Regel nicht in Österreich und meist auch nicht in Europa hergestellt. Das bedeutet nicht nur weite Wege, sondern häufig auch miserable Arbeitsbedingungen. Außerdem gibt es weitere katastrophale Konsequenzen für Natur und Klima, z.B. hohen Wasserverbrauch für Baumwolle oder Leinen, hohen Pestizideinsatz, etc. Nutzen Sie Ihre Kleidung so lange es geht und tauschen Sie noch nicht Abgetragenes im Freundeskreis, mit der Verwandtschaft oder über Tauschplattformen. Doch gerade Kinder wachsen sehr schnell und brauchen daher häufiger neue Kleidung, z:b. Frühjahrs- und Sommerkleidung jetzt zu Ostern. Second-Hand Kleidung oder zertifiziert öko-faire Textilien belasten das Klima weniger als konventionell hergestellte Kleidung großer Ketten. Die chemiefreie Produktion schont Ihre Haut und für faire Preise gibt es viele schöne Second-Hand Kleidungsstücke!

Trocken gegen Treibhauseffekt

Viele Produkte des Alltags enthalten unnötigerweise Wasser, werden dadurch schwerer und sorgen für hohe Transportemissionen und größere Verpackung. Probieren Sie doch (selbstgemachtes) Waschmittel in Pulverform, Seife für Körper und Haare und Zahnputzpulver statt -paste.

Weniger Papier im Briefkasten

Werbeflyer und -kataloge lassen sich häufig abbestellen. Und ein Aufkleber auf dem Briefkasten kann helfen, weitere Werbung und Werbezeitschriften zu reduzieren. Das hilft den Papiermüll zu verringern und Sie kommen gar nicht so schnell in Versuchung überflüssige Dinge zu kaufen.

Sie möchten noch mehr Tipps zu Fasten für’s Klima?

Schauen Sie auf unserer Webseite unter Aktuell rein und holen Sie sich nächste Woche Tipps, wie Sie Ihr Leben auch nach der Fasten- und Osterzeit klimagerecht gestalten können.