In den unwegsamen und schwer erreichbaren Distrikten Nepals ist der Zugang zu Energie und sauberem Trinkwasser eine tägliche Kraftprobe, die vor allem von Frauen und Kindern geschultert wird. Brennholz ist oft die einzige Quelle, um zu kochen und Wasser abzukochen – mit dramatischen Folgen für die ohnehin gefährdeten Wälder und die familiäre Gesundheit. Ein umfassendes, integratives Klimaschutzprojekt bringt nun drei lebensverändernde Technologien in die indigenen Gemeinden: Biogasanlagen, effiziente Kochherde und Wasserfilter. Sie schonen die Natur, sparen Geld und schenken den Familien wertvolle Lebenszeit zurück.
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Quick Facts
Beitrag zu den SDGs
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Was hat Kochen mit Klimaschutz zu tun
In den ländlichen Gebieten Nepals leben marginalisierte und indigene Gemeinschaften, die elementar von den natürlichen Ressourcen ihrer direkten Umgebung abhängig sind. Für die Zubereitung der täglichen Mahlzeiten und das unverzichtbare Abkochen des oft unsauberen Trinkwassers wird nahezu ausschließlich Feuerholz verwendet. Die stetig wachsende Nachfrage nach dieser Energiequelle führt zu einer massiven Abholzung der lokalen Wälder, wodurch Holz immer knapper und wertvoller wird.
Für die Familien bedeutet dieser Holzhunger einen enormen Zeit- und Kraftaufwand. Insbesondere die Frauen müssen immer weitere und beschwerlichere Wege durch das hügelige Gelände zurücklegen, um ausreichend Brennmaterial zu sammeln. Wenn kein Holz gesammelt werden kann, muss ein erheblicher Teil des knappen Haushaltseinkommens für den Kauf von Feuerholz aufgewendet werden. Zusätzlich führt das Kochen an offenen Feuerstellen in kleinen, schlecht belüfteten Räumen zu einer gesundheitsgefährdenden Rauchentwicklung, die Atemwege und Augen dauerhaft schädigt.
Ein Dreiklang für Mensch und Klima
Um diese vielschichtigen Herausforderungen nachhaltig zu lösen, setzt unsere Partnerorganisation SAHAS auf eine kluge und passgenaue Kombination aus drei bewährten Technologien, die den Alltag der Familien grundlegend verändern. Traditionelle Feuerstellen werden durch zehntausend verbesserte Kochherde ersetzt, die einen deutlich höheren Wirkungsgrad aufweisen und den Holzverbrauch somit drastisch reduzieren.
Parallel dazu entstehen in der Region zehntausend fest installierte Biogasanlagen. Diese werden ganz einfach mit dem Kuhdung der in den Familien ohnehin vorhandenen landwirtschaftlichen Tiere betrieben. Durch die natürliche Fermentierung in einer Gärkammer entsteht klimaneutrales Biogas, das die Haushalte zum Kochen, zur Erwärmung von Wasser oder sogar zur Beleuchtung ihrer Räume nutzen können. Ergänzt wird dieses System durch fünftausend Bio-Sandfilter oder Keramikfilter, die verschmutztes Wasser verlässlich reinigen. Weil das Wasser durch diese Filter trinkbar wird, entfällt das energieintensive Abkochen komplett, was den Holzbedarf noch einmal spürbar senkt.
Was sich im Alltag ändert
Gesundheit & Sicherheit
Der Umstieg auf rauchfreie Biogasanlagen und effizient verbrennende Herde befreit die Wohnräume von gefährlichem Qualm und Ruß. Dies führt zu einem signifikanten Rückgang von schmerzhaften Augenreizungen und chronischen Atemwegserkrankungen. Die hochwertigen Wasserfilter schützen die Familien zudem zuverlässig vor bakteriellen Infektionen, die durch verunreinigtes Wasser übertragen werden.
Zeit für andere Aufgaben
Der Wegfall des täglichen und kräftezehrenden Holzsammelns stellt eine befreiende Entlastung für die Frauen dar. Die neu gewonnene Zeit können sie intensiv für die eigene Familie, für die Bewirtschaftung ihrer Felder oder für neue einkommensschaffende Tätigkeiten nutzen. Das Projekt leistet somit einen direkten und wertvollen Beitrag zur Geschlechtergerechtigkeit in den Distrikten.
Umwelt, Wälder & Klima geschützt
Ein deutlich geringerer Holzeinschlag gibt den geschädigten Wäldern Nepals die dringend benötigte Chance, sich zu erholen und weiterhin als natürliche CO2-Speicher sowie als Schutz vor Erdrutschen zu fungieren. Gleichzeitig fangen die Biogasanlagen schädliches Methangas aus dem Kuhdung auf und nutzen es sinnvoll, anstatt es als Treibhausgas in die Atmosphäre entweichen zu lassen.
Lokale Wertschöpfung
Das Projekt bindet die Bevölkerung aktiv ein. Es entstehen rund dreihundert neue Arbeitsplätze in der Region, da lokale Fachkräfte gezielt für die Auswahl, die Installation und den dauerhaften, kostenlosen Reparaturservice der Geräte ausgebildet werden. Haushalte profitieren darüber hinaus finanziell, da sie deutlich weniger Geld für den Zukauf von Brennholz ausgeben müssen.
Stimmen aus dem Projekt

Wenn wir marginalisierte Gemeinschaften in abgelegenen Gebieten erreichen wollen, müssen wir zuhören und Lösungen finden, die den Alltag sofort erleichtern. Die neuen Anlagen sparen nicht nur Emissionen ein, sie befreien Frauen von stundenlanger schwerer Arbeit und schützen die Gesundheit der gesamten Familie. So findet nachhaltige Entwicklung von innen heraus statt.
— SAHAS Foundation
So funktionieren die Technologien im Projekt
Transparenz: Register & Dokumente
Dieses Projekt ist im Gold Standard Register einsehbar; dort können stillgelegte Zertifikate transparent nachvollzogen werden.
Wenn Sie tiefer ins Projekt einsteigen möchten, finden Sie hier Projektunterlagen und Erfahrungsberichte.
Unsere Partnerorganisation
Die Non-Profit-Organisation Group of Helping Hands, kurz SAHAS Nepal, arbeitet tief in den abgeschiedenen und unwegsamen Teilen des Landes mit vulnerablen und sozial ausgegrenzten Familien zusammen. Der klare Fokus der Organisation liegt auf der systematischen Stärkung der Gemeinschaft, um eine wirklich nachhaltige Entwicklung zu ermöglichen, die von den Menschen vor Ort selbst getragen wird. Als Partnerorganisation von Brot für die Welt setzt SAHAS dieses umfassende Projekt mithilfe von Einnahmen aus CO2-Zertifikaten um und verbindet dabei intelligenten Klimaschutz mit konkreter lokaler Armutsbekämpfung.















