Kenia hat kaum noch Wald: Nur 1,7% der Gesamtfläche sind noch bewaldet – ein direktes Ergebnis des täglichen Holzhungers von Millionen Haushalten. In den ländlichen Countys Nyeri, Kitui, Machakos und Laikipia kochen Familien auf offenen Dreisteinfeuer, die Rauch erzeugen, Holz verschwenden und Wälder vernichten. Dieses Projekt ersetzt diese Feuerstellen durch lokal gebaute Raketenherde – und beweist, dass Klimaschutz keine teure Technologie braucht.
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Quick Facts
Beitrag zu den SDGs
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Was hat Kochen mit Klimaschutz zu tun
Im Distrikt Kitui, östlich von Nairobi, leiden 86% der ländlichen Bevölkerung unter den Folgen offener Feuerstellen. Rauch und Ruß schädigen Lungen und Atemwege, schwere Verbrennungen am offenen Feuer sind alltäglich. Gleichzeitig treibt der massive Holzeinschlag die Entwaldung weiter voran – mit direkten Folgen für Bodenfruchtbarkeit und die Lebensgrundlagen der Familien. Frauen und Kinder tragen die Last am stärksten: Sie sind es, die täglich stundenlang Brennholz suchen und schleppen. Der Waldbestand Kenias ist auf nur noch 1,7% der Gesamtfläche gesunken – das Drei-Steine-Feuer ist daran unmittelbar mitschuldig.
Raketenherd statt Dreisteinfeuer
Das Projekt setzt auf einen einfachen, lokal herstellbaren Raketenherd aus Ziegelsteinen: gebaut aus Schlamm, Wasser, Zement und Sand, allesamt in Haushaltsnähe verfügbar. Der Herd wird fest installiert, verbrennt Holz gezielt und effizient – und halbiert den Holzverbrauch der Familien. Caritas Kitui bildet lokale Handwerker:innen im Bau und Unterhalt aus. Allein im Jahr 2020 wurden 4.975 Öfen gebaut – mehr als dreimal so viele wie im Jahresdurchschnitt der sechs Vorjahre.
Was sich im Alltag ändert
Gesundheit & Sicherheit
Kein beißender Rauch mehr im Haus: Der Raketenherd leitet Verbrennungsabgase gezielt ab und reduziert gesundheitsschädliche Rußpartikel in Innenräumen deutlich. Das Risiko von Atemwegserkrankungen und Unfällen am offenen Feuer sinkt spürbar – besonders für Kinder und Frauen, die den Großteil der Zeit in der Küche verbringen.
Zeit für andere Aufgaben
Wer halb so viel Holz braucht, muss halb so oft in den Wald. Frauen gewinnen täglich wertvolle Zeit zurück – Zeit, die sie in die Bewirtschaftung nahegelegener Felder, in die Kinderbetreuung oder in eigene Einkommensmöglichkeiten investieren können.
Umwelt, Wälder & Klima geschützt
Der drastisch reduzierte Holzeinschlag entlastet die ohnehin stark geschrumpften Wälder Kenias. Das Projekt ist Gold Standard zertifiziert und leistet einen nachweisbaren Beitrag zur Begrenzung des Klimawandels.
Lokale Wertschöpfung
Caritas Kitui schult Handwerker:innen vor Ort, die die Herde eigenständig bauen und warten. Die Materialien kommen aus der unmittelbaren Umgebung. Gleichzeitig sparen Familien im Schnitt 35 USD pro Jahr für Brennholz – ein spürbarer Betrag in einer Region, in der jeder Schilling zählt.

Eine Teilnehmerin aus dem Projekt beschreibt ihre verbesserte Lebenssituation so:
„Der neue Ofen benötigt deutlich weniger Feuerholz und ich habe deshalb weniger Ausgaben. Der Ofen ist sicherer, strahlt eine angenehme Wärme aus und der beißende Rauch ist weg.“
— Agnes Gathigia, Kleinbäuerin aus dem Dorf Thegu
So funktioniert der Raketenherd
Vom Herd zur Wirkung
In diesem Beitrag berichtet Mary Mulinge von ihrer Arbeit als Ofenbauerin:
🎬 youtube.com/watch?v=sNVEnsXp7sk
Transparenz: Register & Dokumente
Dieses Projekt ist im Gold Standard Register einsehbar; dort können stillgelegte Zertifikate transparent nachvollzogen werden.
Wenn Sie tiefer ins Projekt einsteigen möchten, finden Sie hier Projektunterlagen und Erfahrungsberichte.
Unsere Partnerorganisation
Fastenaktion ist das Hilfswerk der Katholikinnen und Katholiken in der Schweiz. Es setzt sich für benachteiligte Menschen ein – mit dem Ziel, Hunger, Armut und Ungerechtigkeit dauerhaft zu überwinden. Fastenaktion setzt auf langfristige Partnerschaften mit lokalen Organisationen vor Ort. In Kenia ist das Caritas Kitui, die das Projekt operativ umsetzt, lokale Handwerker:innen ausbildet und den Bau sowie den Unterhalt der Herde in den Projektregionen koordiniert.


















