In den ländlichen Regionen Ruandas dreht sich der Alltag um zwei Dinge: Feuer machen und Wasser kochen. Beides kostet Zeit, Holz und Gesundheit – und beides lässt sich mit einfachen Mitteln grundlegend verbessern. Dieses Projekt verteilt in der Süd- und Nordprovinz Ruandas rund 6.000 energieeffiziente Kochstellen und 6.000 Wasserfilter an bedürftige Haushalte. Zwei Technologien, ein gemeinsames Ziel: weniger Emissionen, weniger Krankheit, mehr Zukunft. Sauberes Kochen und Wasser Ruanda.
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Quick Facts
Beitrag zu den SDGs
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Sauberes Kochen und Wasser Ruanda
In Ruandas ländlichen Gebieten kochen Familien auf traditionellen, offenen Feuerstellen. Das Holz dafür stammt aus den umliegenden Wäldern – und da es jeden Tag gebraucht wird, schreitet die Entwaldung rasant voran. Die Wege zur Brennholzsuche werden mit jedem Jahr länger, weil die Wälder dem Holzhunger der Haushalte nicht mehr standhalten. Frauen und Kinder tragen dabei die größte Last: Sie sind es, die stundenlang suchen, tragen und schleppen. Und am Feuer selbst entstehen Rauch und Asche, die in schlecht belüfteten Räumen direkt in Lungen und Atemwege gehen.
Dazu kommt ein zweites Problem: Das Trinkwasser aus Flüssen und Brunnen ist oft keimbelastet. Um es sicher zu machen, muss es abgekocht werden – was wiederum Holz und Zeit kostet. Dieser doppelte Druck auf Ressourcen und Gesundheit ist der Ausgangspunkt des Projekts.
Zwei Technologien, ein Effekt
Das Projekt setzt zwei Technologien ein, die sich ideal ergänzen. Die energieeffizienten Kochstellen werden lokal aus vor Ort verfügbaren Materialien hergestellt und fest in den Haushalten installiert. Sie verbrennen Holz gezielt und sauber – mit deutlich weniger Rauch und deutlich weniger Holzverbrauch als das offene Feuer. Die Wasserfilter funktionieren ohne Energie: Das verunreinigte Wasser fließt durch den Filter, krankheitserregende Keime werden abgetötet, sauberes Trinkwasser läuft heraus. Kein Kochen nötig, keine weiteren Emissionen. In dem Überwachungszeitraum von (01/11/2016 – 16/08/2019) wurden 7.635 tCO2e eingespart.
Was sich im Alltag ändert
Gesundheit & Sicherheit
Weniger Rauch in Innenräumen bedeutet spürbar weniger Atemwegserkrankungen bei Frauen und Kindern. Wasserfilter entfernen Keime effektiv – weniger Infektionen durch trübes Wasser. Sicher Kochen ohne offene Feuerstellen.
Zeit für andere Aufgaben
Holzsuche und Wasserkochen werden deutlich reduziert. Frauen gewinnen 1–2 Stunden täglich zurück – Zeit für Felder, Kinder oder Einkommen. Mehr Raum für Familie und Weiterbildung.
Umwelt, Wälder & Klima geschützt
Der Holzverbrauch sinkt um 50%, was Ruandas Wälder entlastet. Gold Standard geprüfte CO₂-Einsparungen sind transparent dokumentiert. Bessere Bodendeckung und Wasserkreislauf.
Lokale Wertschöpfung
Herde und Filter entstehen in lokalen Werkstätten und schaffen Jobs. Haushalte sparen 30–50 USD jährlich an Brennholz – direkter wirtschaftlicher Gewinn vor Ort.

Eine Teilnehmerin aus dem Projekt beschreibt ihre verbesserte Lebenssituation so:
„Vorher kochten wir 3 Stunden täglich. Jetzt reicht eine Stunde – und unser Wasser ist ohne Kochen sauber. Meine Kinder sind gesünder, ich habe Zeit für unser Feld.“
— Pauline, Mutter aus NgororeroDonatha aus Shyogwe hat eine neue Kochstelle erhalten und berichtet von ihrer Erfahrung:
„Wenn ich koche, lege ich nur ein Stück Holz in den Ofen und beschäftige mich mit meinen Arbeiten im Haushalt, wie dem Säen von Samen auf meinem Land, der Säuberung meines Grundstücks, die Versorgung von meinem Vieh mit Gras und manchmal schaffe ich es sogar in die Kirche zu gehen, um mit dem Chor zu üben und zurückzukommen, wenn die Bohnen bereits gekocht sind und bereit zum Essen. Ich habe festgestellt, dass die Verwendung des Ofens meine Küche sauberer sein lässt, weil beim Kochen nicht viel Asche, Rauch und Staub entsteht. Außerdem ist die benötigte Menge an Brennholz bemerkenswert reduziert. Vorher stand uns ein Bündel Holz nur eine Woche zur Verfügung, aber jetzt nutzen wir es für drei Wochen!“
So funktionieren Herd und Wasserfilter
Vom Herd zur Wirkung
Kurzfilm zurm Projekt https://www.youtube.com/watch?v=CtiUv_IMlXo
Transparenz: Register & Dokumente
Dieses Projekt ist im Gold Standard Register einsehbar; dort können stillgelegte Zertifikate transparent nachvollzogen werden.
Wenn Sie tiefer ins Projekt einsteigen möchten, finden Sie hier Projektunterlagen und Erfahrungsberichte.
- Project Design Document (pdf, 5,2 MB)
- Kurzfilm zur Beschreibung des Projekts (youtube, 11,0 B)
- Erfahrungsbericht Batamuriza (pdf, 626,9 KB)
- Projekt Update: Erstes Halbjahr 2021 (pdf, 430,0 KB)
- Fallbeispiel Pascasie Mukankusi (pdf, 332,8 KB)
- Fallbeispiel Annonciatta Mukanyindo (pdf, 308,5 KB)
- Fallbeispiel Liliane Umutoniwase (pdf, 203,4 KB)
- Fallbeispiel Patricia Nyiranshimiryo (pdf, 299,3 KB)
- Fallbeispiel Eulalie Muraguimana (pdf, 301,6 KB)
- Fallbeispiele aus der RDIS Praxis (pdf, 181,5 KB)
- Reports from the field (09/2018) (pdf, 273,3 KB)
- RDIS organized Workshop together with United Evangelical Mission (pdf, 128,3 KB)
- 2024_Projektbeschreibung_RDIS_Ruanda (pdf, 285,2 KB)
Unsere Partnerorganisation
Der Rural Development Interdiocesan Service (RDIS) ist die Partnerorganisation von Brot für die Welt in Ruanda und unterstützt die lokalen Gemeinden in der Förderung nachhaltiger Entwicklung. Mit dem Bau von 6.000 Kochstellen und der Verteilung von 6.000 Wasserfiltern wirkt RDIS den beschriebenen negativen Aspekten entgegen – und bringt dabei die Bevölkerung von Anfang an aktiv mit ein.













