Der ländliche Osten Kubas ist stark von kleinbäuerlicher Landwirtschaft und Viehzucht geprägt. Gleichzeitig leiden die Familien unter einem massiven Energieproblem: Der staatliche Strom ist teuer und fällt häufig aus, da das Land stark von Energieimporten abhängig ist. Als Notlösung greifen die Menschen zum Kochen auf klimaschädliches Feuerholz oder Holzkohle zurück. Ein gefördertes Kleinprojekt durchbricht diesen Kreislauf nun und bringt clevere Hilfe zur Selbsthilfe in die Provinz Oriente. Der Bau lokaler Biogasanlagen macht die Bauernfamilien energetisch unabhängig, schützt Kubas Wälder und verwandelt Kuhdung in wertvolle Ressourcen.
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Quick Facts
Beitrag zu den SDGs
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Was hat Kochen mit Klimaschutz zu tun
Kuba muss über die Hälfte seines Stroms aus dem Ausland importieren. Das macht die Energieversorgung für die Endverbraucherinnen und Endverbraucher in strukturschwachen ländlichen Gebieten nicht nur unzuverlässig, sondern auch finanziell kaum tragbar. Um ihre Familien zu versorgen, bleibt den meisten Menschen in der Provinz Oriente deshalb oft nur der Griff zu Feuerholz oder der Kauf von Holzkohle. Diese Praxis hat gleich zwei schwerwiegende Nachteile. Zum einen treibt sie die ohnehin kritische Entwaldung in der Region weiter voran und schadet dem sensiblen Ökosystem. Zum anderen atmen die Familien beim täglichen Kochen an offenen Feuerstellen gesundheitsschädlichen Rauch ein, der die Atemwege angreift.
Biogas statt teurem Strom und Holzkohle
Die Lösung für diese Probleme liegt direkt auf den Höfen der Familien: Kuhdung. Im Rahmen dieses Kleinprojekts werden die ländlichen Haushalte mit kleinen Biogasanlagen ausgestattet. Die Materialien für den Bau werden von den Partnerorganisationen zur Verfügung gestellt, während die Familien bei der Errichtung der Anlagen tatkräftig mit anpacken und so wertvolles Wissen für die Instandhaltung erwerben. Das Projekt wird gezielt aus den Mitteln des Kleinstprojektefonds der Klima-Kollekte gefördert. Dieser Fonds unterstützt bewusst Klimaschutzprojekte in Ländern und Regionen, die aufgrund ihrer geopolitischen Lage oder aus strukturellen Gründen im globalen Rahmen sonst nur sehr wenig finanzielle Unterstützung finden.
Was sich im Alltag ändert
Gesundheit & Sicherheit
Durch den Wechsel von rauchenden Holzfeuern auf sauberes Biogas verbessert sich die Luft in den Küchen der Familien sofort. Der beißende, gesundheitsschädliche Qualm verschwindet, was Atemwegserkrankungen und gefährlichen Augenentzündungen wirksam vorbeugt.
Zeit für andere Aufgaben
Das mühsame und kräftezehrende Holzsammeln entfällt komplett. Die gewonnene Zeit können die Kleinbauernfamilien in die Pflege ihrer Tiere, den Anbau von Lebensmitteln oder einfach in das gemeinsame Familienleben investieren.
Umwelt, Wälder & Klima geschützt
Jede einzelne Biogasanlage rettet jährlich etwa 1,3 Hektar Wald vor der Abholzung und spart dabei rund 6,5 Tonnen schädliches CO2 ein. Das schützt die kubanische Natur nachhaltig und leistet einen messbaren Beitrag zum globalen Klimaschutz.
Lokale Wertschöpfung
Die Familien machen sich unabhängig von unzuverlässigen Stromnetzen und sparen massiv an Ausgaben für Energie und Holzkohle. Zudem liefert die Anlage ganz nebenbei einen hochwertigen Bio-Dünger, der die Erträge in der eigenen Landwirtschaft steigert und teuren Kunstdünger ersetzt.
Stimme aus dem Projekt

Durch die neuen Anlagen haben wir endlich eine verlässliche Energiequelle, die uns nichts kostet außer der Arbeit, die wir ohnehin mit unseren Tieren haben. Unsere Küchen sind rauchfrei und unsere Felder profitieren vom neuen Bio-Dünger.
— Rückmeldung aus der Projektgemeinde
So funktionieren die Biogasanlagen
Transparenz: Register & Dokumente
Dieses Vorhaben wird aus dem speziellen Kleinstprojektefonds der Klima-Kollekte mit einer Summe von 20.000 Euro unterstützt. Da es sich um ein lokales Kleinprojekt handelt, erfolgt die Überprüfung und Dokumentation der positiven Klima- und Entwicklungswirkungen in enger Abstimmung mit den verlässlichen kirchlichen Projektpartnerorganisationen vor Ort.
Wenn Sie tiefer ins Projekt einsteigen möchten, finden Sie hier Projektunterlagen und Erfahrungsberichte.
Unsere Partnerorganisation
Dieses Projekt ist ein starkes Zeichen internationaler ökumenischer Zusammenarbeit. Das Berliner Missionswerk kooperiert dabei eng mit seinen Partnern im Globalen Süden, insbesondere dem Centro Lavastida in Santiago de Cuba und dem Centro Cristiano de Reflexión y Diálogo (CCRD) in Cardenas. Die kirchliche Entwicklungszusammenarbeit orientiert sich strikt an den konkreten Bedürfnissen der Menschen vor Ort und verankert die Themen Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung in handfesten, lebensverbessernden Projekten.








