In Uganda wächst die Bevölkerung – und mit ihr der enorme Bedarf an Feuerholz. In ländlichen Regionen wie Masaka ist Holz die primäre Energiequelle. Das tägliche Kochen auf traditionellen, offenen Feuerstellen verschlingt nicht nur riesige Waldflächen, sondern füllt die Küchen auch mit beißendem, krankmachendem Rauch. Ein partizipatives Klimaschutzprojekt bringt nun energieeffiziente Kochherde in die Region. Sie reduzieren den Holzverbrauch drastisch, schützen das Klima und schaffen gleichzeitig wertvolle, zukunftsfähige Arbeitsplätze vor Ort.
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Quick Facts
Beitrag zu den SDGs
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Was hat Kochen mit Klimaschutz zu tun
Die Folgen des Klimawandels wie veränderte Niederschlagsmuster, Dürren und extreme Wetterereignisse gefährden in Uganda zunehmend die Landwirtschaft und die Ernährungssicherheit. Gleichzeitig erhöht der steigende Energiebedarf den Druck auf die ohnehin belasteten natürlichen Ressourcen. Der hohe Brennholzverbrauch für die offenen Feuerstellen beschleunigt die Entwaldung massiv. Das traditionelle Kochen ist zudem gefährlich und zeitintensiv. Frauen und Kinder verbringen täglich Stunden damit, immer knapper werdendes Holz zu sammeln. In den Küchen atmen sie dann die giftigen Abgase der ineffizienten Feuerstellen ein, was regelmäßig zu schweren Atemwegserkrankungen und Augenreizungen führt.
Partizipation als Schlüssel zum Erfolg
Um diese Missstände zu beenden, startete HORIZONT3000 gemeinsam mit der lokalen Organisation Caritas MADDO das Projekt für energieeffiziente Kochherde. Der Ansatz ist tief in der Gemeinschaft verankert: Bevor die Herde breitflächig installiert wurden, testeten 25 Familien verschiedene Modelle zwei Monate lang auf ihre Praxistauglichkeit. So flossen die echten Bedürfnisse und Kochgewohnheiten der Menschen direkt in die Auswahl ein. Seit September 2020 wurden bereits rund 1.900 dieser gemauerten, energieeffizienten Herde bei interessierten Haushalten installiert. Jeder Herd wird von lokalen Handwerkerinnen und Handwerkern gebaut und gewartet, was wichtige Arbeitsplätze in der Region schafft.
Was sich im Alltag ändert
Gesundheit & Sicherheit
Die neuen gemauerten Öfen leiten den Rauch zuverlässig ab. Die Küchen sind dadurch endlich rauchfrei, was das Risiko für chronische Atemwegserkrankungen und schmerzhafte Augenentzündungen bei Frauen und Kindern massiv senkt. Auch die Verbrennungsgefahr am offenen Feuer entfällt.
Zeit für andere Aufgaben
Da die Herde bis zu 63 Prozent weniger Holz benötigen, sinkt der tägliche Aufwand für die anstrengende Holzsuche erheblich. Die Frauen gewinnen dadurch wertvolle Stunden, die sie in die landwirtschaftliche Arbeit, für einkommensschaffende Tätigkeiten oder für die Betreuung ihrer Familien investieren können.
Umwelt, Wälder & Klima geschützt
Ein einziger Herd spart pro Jahr etwa 5 Tonnen CO2 ein. In der gesamten Projektlaufzeit bis 2027 können so bis zu 38.000 Tonnen CO2 vermieden werden. Der deutlich reduzierte Holzeinschlag gibt den lokalen Wäldern in Masaka die dringend nötige Chance zur Regeneration.
Lokale Wertschöpfung
Die lokale Produktion und die regelmäßige Wartung der Herde stärken die regionalen Wirtschaftskreisläufe und schaffen nachhaltige Einkommensmöglichkeiten. Zudem werden die Haushaltsbudgets spürbar entlastet, da die Familien deutlich weniger Geld für den Kauf von Feuerholz ausgeben müssen.
Stimme aus dem Projekt

Oft musste ich über 2 Stunden gehen, um das nötige Holz für unseren alten Lehmofen zu sammeln. Außerdem waren meine Kinder und ich oft krank durch den Rauch. Mit dem neuen Herd haben wir keinen Rauch mehr in der Küche und ich brauche viel weniger Holz als vorher. Die Zeit, die ich mir spare, kann ich für andere wichtige Dinge verwenden. Ich bin so glücklich über den neuen gemauerten Ofen!
— Fatima Nakalyango, Mitglied eines lokalen Kleinbäuer:innenkollektivs
So funktionieren die Kochherde
Eindrücke aus dem Projekt
Projektfilm 2022 (youtube, 11,0 B)
Transparenz: Register & Dokumente
Das Projekt wird nach den strengen Kriterien des Gold Standard als Kleinstprojekt geführt. Im Jahr 2022 erfolgte eine umfangreiche Überprüfung (Verification Report) durch den TÜV Nord, um die tatsächlichen CO2-Einsparungen und die positiven Auswirkungen auf die Entwicklungsziele (SDGs) unabhängig zu bestätigen.
Wenn Sie tiefer ins Projekt einsteigen möchten, finden Sie hier Projektunterlagen und Erfahrungsberichte.
- Bericht Entwicklungsphase (pdf, 430,8 KB)
- Abschlussbericht Entwicklungsphase (pdf, 543,1 KB)
- Kurzbericht Projektabschluss (pdf, 628,2 KB)
- Podcast „Perspektivenwechsel“ Caritas MADDO Uganda (mp3, 5,2 MB)
- Monitoring report 2024_Efficient and Healthy Cooking Project_31.03.2025 (pdf, 735,9 KB)
- Projektbeschreibung – Caritas Maddo, Uganda (Juni 2025) (pdf, 980,1 KB)
Unsere Partnerorganisation
Die Caritas Masaka Diocesan Development Organisation (MADDO) bietet seit vielen Jahren soziale Dienste und Entwicklungsarbeit in der gesamten Diözese Masaka an. Mit 49 aktiven Entwicklungskomitees in den einzelnen Pfarreien verfügt MADDO über ein starkes, vertrauensvolles Netzwerk direkt an der Basis. Gemeinsam mit HORIZONT3000, einem Gesellschafterhaus der Klima-Kollekte, verbindet die Organisation in diesem Projekt effektiven Klimaschutz mit der Überwindung von materieller Armut und der Förderung ländlicher Entwicklung.














