Ursachen des Klimawandels

Die Menschen beeinflussen die Konzentration von Treibhausgasen in der Atmosphäre und damit das Klima auf vielfältige Weise. Ob durch Reisen oder Ernährung, am Arbeitsplatz oder zu Hause: Sehr viele unserer Aktivitäten sind mit dem Ausstoß von Treibhausgasen verbunden.

 

Wir fahren mit dem Auto oder der Bahn zur Arbeit, verwenden Produkte, bei deren Herstellung Energie verbraucht wurde, und fliegen möglicherweise in den Urlaub. Unsere Wohnungen werden ebenso geheizt und beleuchtet wie Gemeindehäuser, Schulen und Einkaufszentren. Fast immer erzeugen wir dabei Treibhausgase.

Menschlicher Einfluss auf das Klima

Mit fortschreitender Industrialisierung, spätestens aber seit dem 19. Jahrhundert, erzeugen wir Menschen verstärkt klimawirksame Gase, und tragen damit zur Erderwärmung bei. Insbesondere die Verbrennung fossiler Energieträger, also Kohle, Erdöl und Erdgas, sowie eine veränderte Landnutzung wie die Rodung von Wäldern, haben zu einem dramatischen Anstieg der atmosphärischen CO2-Konzentration geführt. Intensivierte Land- und Viehwirtschaft setzen außerdem die Treibhausgase Methan und Lachgas in immer größeren Mengen frei.

Deutschland: Vor allem CO2-Emissionen

Deutschland erzeugt Treibhausgase in erster Linie durch den Verbrauch von Energie: Rund 80 Prozent aller Treibhausgasemissionen sind energiebedingt, das heißt, sie entstehen bei der Erzeugung von Wärme und Strom oder bei der Verbrennung von (meist fossilen) Kraftstoffen im Verkehr. Die verbleibenden 20 Prozent gehen fast ausschließlich auf Industrieprozesse (ca. elf Prozent) beispielsweise in der chemischen Industrie und der Landwirtschaft (knapp sieben Prozent) zurück. Mit rund 87 Prozent stellt der Ausstoß von Kohlendioxid (CO2) den größten Anteil der in Deutschland emittierten Treibhausgase.
Nicht eingerechnet in diese Bilanz sind die Emissionen, die bei der Produktion von Gütern entstehen, die in anderen Ländern produziert und nach Deutschland importiert werden. Auch Emissionen des internationalen Luftverkehrs sind nicht enthalten. Dies entspricht den internationalen Regeln zur Berechnung des Treibhausgasausstoßes eines Landes, blendet aber Emissionen aus, die einen erheblichen Umfang haben. Mehr zum Luftverkehr finden Sie hier.

CO2-Emissionen pro Kopf

Pro Kopf betrugen die CO2-Emissionen in Deutschland im Jahr 2007 etwa 10,2 Tonnen. Das sind 2,4 Tonnen mehr als der europäische Durchschnitt und ist mehr als das Doppelte des weltweiten Durchschnitts von rund 4,4 Tonnen CO2. Weit geringer ist der Pro-Kopf-Ausstoß von CO2 in vielen Entwicklungsländern (siehe auch die unten zum Download verfügbare Grafik).  Soll die globale Erwärmung auf maximal 2°C begrenzt werden – dieses Ziel hat sich die internationale Gemeinschaft gesetzt – müssen die weltweiten Emissionen stark sinken. Spätestens im Zeitraum 2015 bis 2020 muss der globale Anstieg der Treibhausgasemissionen gestoppt werden, um danach um mindestens fünf Prozent jährlich zu sinken. Da heutige und vergangene Emissionen so ungleich verteilt sind, müssen die Länder unterschiedlich große Anstrengungen unternehmen. Die deutschen Emissionen sollten daher bis zum Jahr 2020 um 40 Prozent gegenüber 1990 gesenkt werden, bis 2050 um 80 bis 95 Prozent.
Das ist anspruchsvoll, aber realisierbar, wenn wir alle dazu beitragen. Notwendig sind politische Schritte beispielsweise hin zu einer Energieerzeugung aus 100 Prozent erneuerbaren Energieträgern. Aber auch jeder und jede einzelne kann viel tun, denn viele unserer Aktivitäten lassen sich klimafreundlicher gestalten. Ob Organisation, Privatperson oder Kirchengemeinde: Jeder sollte prüfen, wie und wo sich Treibhausgasemissionen vermeiden und reduzieren lassen. Und für den tatsächlich unvermeidbaren Rest? Gibt es die Kompensation über Klima-Kollekte!
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