Natürlicher und anthropogener Treibhauseffekt

Grafik zur Funktionsweise des natürlichen Treibhauseffekts
Der natürliche Treibhauseffekt

Die Atmosphäre absorbiert einen großen Teil der Wärmestrahlung, die von der Erde abgegeben wird, und strahlt sie teilweise in Richtung Erdoberfläche zurück. Das ist der so genannte Treibhauseffekt. Dabei wird zwischen dem natürlichen und dem von Menschen hervorgerufenen (anthropogenen) Treibhauseffekt unterschieden.

Natürlicher Treibhauseffekt

Ohne den Treibhauseffekt wäre auf der Erde kein Leben möglich: Sonneneinstrahlung durchdringt die Atmosphäre, wird an der Erdoberfläche in Wärmestrahlen umgewandelt und von der Erde wieder abgegeben. Treibhausgase in der Atmosphäre hindern einen Teil dieser Wärmestrahlung daran, ins Weltall zu entweichen. Würde dieses „Schutzschild“ fehlen, wäre die Erde bei -18°C buchstäblich eingefroren. Der natürliche Treibhauseffekt sorgt für eine globale Mitteltemperatur von etwa 15°C und damit dafür, dass sich Leben entwickeln kann.

Überhitzt: Der anthropogene Treibhauseffekt

Zu diesem natürlichen „Treibhaus“ kommt heute jedoch menschlicher Einfluss: Vor allem durch die Verbrennung fossiler Energieträger (Kohle, Erdöl und Erdgas) und eine veränderte Landnutzung (wie die Rodung von Wäldern) haben die Menschen die Konzentration der Treibhausgase in der Atmosphäre in den letzten 150 Jahren sehr stark erhöht. Die globale atmosphärische Konzentration von Kohlendioxid, dem wichtigsten Treibhausgas, ist von etwa 280 ppm (parts per million, d. h. 280 CO2-Moleküle auf eine Million Luftmoleküle) in vorindustrieller Zeit auf 384 ppm im Jahr 2008 angestiegen. Die Konzentration des Treibhausgases Methan, das insbesondere durch eine intensivierte Land- und Viehwirtschaft entsteht, hat sich mehr als verdoppelt.

Schon heute ist die Konzentration der Treibhausgase in der Atmosphäre so groß, dass zu viel Wärme gespeichert wird – mit erheblichen Folgen für das Weltklima. So gab es zwischen 1906 und 2005 bereits einen globalen Temperaturanstieg von ca. 0,74°C. Die elf Jahre zwischen 1995 und 2006 gehörten zu den zwölf wärmsten seit Beginn der Messung und Berechnung der globalen Mitteltemperatur. Der Weltklimarat kommt in seinem neuesten Bericht zum Schluss, dass der größte Teil der beobachteten globalen Erwärmung der letzten Jahrzehnte sehr wahrscheinlich (d. h. mit über 90 Prozent Wahrscheinlichkeit) auf die vom Menschen verursachten Treibhausgasemissionen zurückzuführen ist.

Was sind Treibhausgase?

Mehr zum Treibhauseffekt finden Sie z. B. in folgenden Veröffentlichungen: